Unser Kirchengemeinderat

Otto Berner, 2. Vorsitzender,

Dieter Gairing,

Thomas Haag,

Ernst Wachter, stellv. 2. Vorsitzender

Pfarrkirche St. Jakobus

Geschichte und Gebäude

„Stolz thront auf dem erhabenen Kirchberg die Pfarrkirche von Dürrenwaldstetten mit dem schmucken Pfarrhof und grüßt weit ins Land hinaus.

Um das Gotteshaus zu Ehren des heiligen Jakobus Major zieht sich der mauerumfriedete, Jahrhunderte alte Gottesacker, die letzte Ruhestätte für die Verstorbenen aus Dürrenwaldstetten und Ittenhausen.“

So wird in der Ortschronik von Dürrenwaldstetten unsere Kirche,als ein kleiner Juwel am Albaufstieg bezeichnet. Und so steht sie auch heute noch da.

Geschichte

Ein Pfarrer von Dürrenwaldstetten („Waldstetten“) ist erstmals 1273 bezeugt. Die Pfarrei zählte zum Dekanat Binzwangen, 1353 zum Dekanat Veringen. Zu ihrem Sprengel gehörten wohl seit alter Zeit Ohnhülben sowie Ittenhausen mit Ensmad.

Das Kirchenpatronat in Dürrenwaldstetten gehörte seit 1420 den Grafen von Veringen. Es wechselte in den folgenden Jahrhunderten mehrmals seine Besitzer. 1564 verkaufte Philipp Dietrich von Speth das Dorf Ittenhausen mit der Pfarrei Dürrenwaldstetten an das Kloster Zwiefalten. Bis zur Säkularisation gehörte die Pfarrei jahrhundertelang zum Kloster. 1803 wechselte dann der Landesherr: Nicht mehr der Zwiefalter Abt, sondern der allem Katholischen geradezu feindselig gegenüberstehende Kurfürst von Württemberg war nun Herr über das Dorf und die Pfarrei.

Die Kirche

Die hoch über dem Ort gelegene alte Wehrkirche St. Jakobus der Ältere von Dürrenwaldstetten ist das Wahrzeichen der Gemeinde. Sie zieht schon von Weitem die Blicke auf sich und überrascht jeden Besucher als kunstgeschichtlichen Juwel vom Übergang des Barock zum Klassizismus.

Sie ist wohl der vierte Kirchenbau an dieser Stelle. Bei der Kirchenrenovation von 1968 fand man Fundamente einer frühen Kirche; ein Teil der Mauer im heutigen Chor stammt von einer gotischen Kirche. Ob der heute noch vorhandene Turm zusammen mit dem gotischen Kirchenbau entstanden ist oder zum älteren Chor und Schiff gehört, ist nicht eindeutig zu klären. Der mit einer Wehrmauer umfasste Kirchhof erinnert ebenfalls noch an das Mittelalter.

Einiges ist aus dieser Zeit erhalten gebblieben: Das älteste Holzbildwerk in der Kirche ist das Triumphkreuz aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Ein Allerheiligengemälde von Matthias Kager aus dem Jahre 1623, das von Franz Josef Spiegler 1728 erneuert wurde, ziert heute den Hochaltar. Das Bild wurde im Jahr 1632 aus dem Münster Zwiefalten hierher gebracht. Die Nebenaltäre schmücken volkstümlichen Gemälde aus dem 17. Jahrhundert. Sie zeigen die Madonna und St. Aloisius. Aus der früheren Kirche sind ein Messkelch aus dem 17. Jahrhundert sowie ein Wetterkreuz mit dem Wappen der Heiligkreuztaler Äbtissin Maria Anna v. Holzingen erhalten.

Die heutige Pfarrkirche ist dem kunstsinnigen vorletzten Zwiefalter Abt Nikolaus Schmidler zu verdanken. Die Kirche repräsentiert eine Übergangsarchitektur, in der sich barocke mit klassizistischen Formen mischen. Der Entwurf stammt von dem München stammenden kurtrierischen Hofmaler und Architekten Januarius Zick (1730-1797). Nach dem Abbruch des alten Kirchenschiffs ließ der Zwiefalter Abt ein klassizistisches Rechteckschiff mit einem eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor erstellen und mit einem gemeinsamen, ostwärts abgewalmten Satteldach decken. Erhalten blieb der spätgotische Turm und die umgebende hohe Wehrmauer. Durch die zweigeschossigen Fenster – unten rundbogig, oben rechteckig – fällt das Tageslicht in die Kirche.

Orgel

In der Pfarrkirche steht seit 1972 eine Orgel mit 15 Registern, zwei Manualen und einem Pedal der Firma Gebr. Späth aus Ennetach.

Die erste Orgel, ein „Orgelchen mit zwei Registern“, das aus der Kirche von Grüningen angekauft worden war, kaufte Pfarrer Magnus Rief 1805/6 „zur Ehre Gottes und Auferneuerung zur Andacht seiner Pfarrgenossen, die es schon lange wünschten“. Im Jahr 1832 beschlossen die Bürger von Dürrenwaldstetten und Ittenhausen den Kauf einer neuen Orgel. Sie hatte 10 Register. 1876 baute Orgelbauer Nemesius Gern aus Reutlingen neue Register ein. 1931 versetzte die Orgelbaufirma Albert Reiser in Biberach die Orgel etwas nach hinten, um freie Sicht auf das Deckenfresko zu bekommen.

Anlässlich der Kirchenrenovierung 1966 wurde die alte, wurmstichige Orgel entfernt. Seit dem Jahre 1971 befasste man sich mit der Anschaffung einer neuen Orgel. Die feierliche Orgelweihe fand am 17. Dezember 1972 durch Prälat Dr. Alfons Hufnagel, Domkapitular i. R., statt.

Glocken

Der spätgotische Kirchturm beherbergte bis zum Ersten Weltkrieg drei Glocken. Die älteste Glocke ist unbezeichnet und stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Sie trägt in der Schulterinschrift die Namen der vier Evangelisten: LUCAS MARCVS MATEVS SANCTVS JOHANNES. Die größte Glocke wurde nach ihrer Datierung im Jahr 1471 bei Hans Eger in Reutlingen gegossen. Sie trägt Inschrift: Ivcas marcvs mathevs johannes anno somini mcccclxxi jar. Wegen ihres kulturellen Wertes wurden diese beiden Glocken im Ersten Weltkrieg von der Beschlagnahme verschont. Wie durch ein Wunder entgingen die Glocken auch im Zweiten Weltkrieg ihrer Zerstörung. Sie wurden bei der Beschlagnahmung am 23. März 1942 von der Höhe des Turmes herab auf die Erde geworfen. Hochliegender Schnee verhinderte, dass die alten und wertvollen Glocken zersprangen. Zur Freude aller Einwohner kehrten sie nach dem Krieg aus dem Glockenlager in Lünen/Westfalen zurück.

Die dritte Glocke,1883 gegossen, überstand den Zweiten Weltkrieg nicht. 1954 wurden daher zwei neue Glocken in Auftrag gegeben. Eine trägt auf der Außenseite die Namen der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege samt der Aufschrift: „Unseren Gefallenen und Vermissten in dankbarem Gedenken – die Pfarrgemeinde“. Die zweite Glocke ist eine Bauernglocke und dem hl. Wendelin gewidmet mit der Inschrift: „Hl. Wendelin beschütze uns Haus und Hof! A. D. 1954“. Gestiftet wurde sie von den Waldbesitzern aus Dürrenwaldstetten und Ittenhausen.

Zum Inneren der Kirche St. Jakobus

1782 schuf Januarius Zick die illusionistische Ausmalung und Stuckierung des Raumes und malte das Innere der Pfarrkirche aus. Wesentlich sind die drei großflächigen Deckenbilder mit Ereignissen aus der Weihnachtsgeschichte: Die Anbetung der Hirten (im Chor), die Verkündigung an die Hirten und die Anbetung der Heiligen Drei Könige im Schiff. Wand- und Deckengliederungen imitieren vergoldete Stuckaturen im Stile des in Frankreich entwickelten Frühklassizismus. An den Längswänden befinden sich Medaillons mit Apostelbüsten in Grisaille-Technik. Über dem Triumphkreuz ist das Wappen des Erbauers der Kirche, Abt Niklaus Schmidler, angebracht. Kanzel, Taufstein und Chorgestühl stammen ebenfalls aus der Zeit um 1782.

Am 9. Mai 1982 wurde der geweihte Altarstein, den Monisgnore Kubovec im Flüchtlingslager benutzt hatte, eingesetzt und der Altar gesegnet. Die Reliquien der heiligen Märtyrer Martialis und Victor sind in diesem eingeschlossen. Am 20. Dezember 2003 wurde dann ein neuer Volksaltar anlässlich der Kirchenrenovation von Bildhauer Rudolf Kurz aus Ellwangen eingeweiht.

Die Krippe in unserer Kirche

Die seit dem Jahr 2004 aufgestellte und immer wieder erweiterte Weihnachtskrippe in unserer Kirche ist mit filigranen Terrakotta-Figuren der Künstlerin Angela Tripi aus Sizilien bestückt. Man spricht bereits von einer der schönsten Krippen Süddeutschlands.

Das Krippenteam bestehend aus 6 Personen, opfert viel Zeit, um das schöne Werk jedes Jahr aufzustellen und zu gestalten. Die Krippe kann von Weihnachten bis 2. Februar täglich zwischen 9 und 17 Uhr besichtigt werden. An Sonntagen bitten wir, auf die Messfeiern Rücksicht zu nehmen.

Wegen Führungen setzen Sie sich bitte mit Franz-Josef Hölz, Tel. 07376/467 in Verbindung.

Der Zwiefalter Kelch

Ein Messkelch des Benediktinerklosters Zwiefalten hat in Dürrenwaldstetten die Säkularisation überdauert. Der List und dem Mut von P. Magnus Rief, der diesen Kelch zurückverlangte, ist es zu verdanken, dass er heute noch vorhanden ist und benutzt wird.

Am 16. Januar 1803 bat P. Magnus den Herzog von Württemberg, auf dessen Anweisung bereits 20 konfiszierte Messkelche des Klosters Zwiefalten zum Abtransport nach Stuttgart bereit lagen, ihm den Kelch zurückzugeben, da in der Pfarrei in Dürrenwaldstetten nur einer vorhanden sei und versprach ihm dafür Gebetsgedenken. Nachdem er – wohl für ihn selbst überraschend – den Kelch tatsächlich bekommen hatte, bedankte er sich beim Herzog am 10. Februar 1803. Der Pfarrer ließ, am Fuß des Kelchs eine Inschrift anbringen, die dieses Ereignis würdigte.

Wallfahrtskapelle St. Ursula, Ensmad

Zur Pfarrei Dürrenwaldstetten-Ittenhausen gehört die Kapelle St. Ursula in Ensmad. Sie liegt in einer malerischen Mulde und ist eine uralte Wallfahrtsstätte. Sie geht wohl auf eine 11./12. Jahrhundert angelegte Einsiedelei zurück. Erstmals wurde sie 1378 erwähnt. Sie ist Eigentum der Gemeinde Langenenslingen. Nicht nur die Dürrenwaldstetter und Ittenhausener, sondern zahlreiche Dörfer pilgerten in früheren Zeiten zur Gnadenmutter von Ensmad.

Heute ist es in Ensmad ruhiger geworden, aber noch immer besuchen viele Menschen die barocke Kapelle. Sie ist an Sonntagen geöffnet. An den Sonntagen im Mai findet um 14.30 Uhr eine Maiandacht in Ensmad statt.