Weltweites Gebetsnetz des Papstes - November 2019

Wir beten, dass im Nahen Osten, wo unterschiedliche relgiöse Gemeinschaften den gleichen Lebensraum teilen, ein Geist des Dialogs, der Begegnung und der Versöhnung entsteht.

Meine Reise

Mein Leben ist eine Reise.

Jeden Tag aufs Neue.

Breche ich auf.

Ich komme vorbei,

an Altem und Neuem

Bekanntem und Unbekanntem.

Ich erkenne und verkenne.

Lerne und vergesse.

Verstehe. Manches. Längst nicht alles.

Stetig auf dem Weg.

Trotz Stolpern und Straucheln.

Schwer ist es so manchen Tag.

Und doch der nächste Schritt,

wissend, vertrauend.

Auf Dich.

Nie allein auf meiner Reise.

Begleitet. Behütet. Beschützt.

In dem sicheren Glauben. An Dich.

Stärkungen für November

Jedes Ende ist auch Anfang, jedes Sterben auch Geburt.

  • Mein "Bruder Tod"  (so nannte ihn Franz von Assisi) ist ein weiser Ratgeber für mein Leben.
  • Wenn ich abschiedlich lebe, werde ich achtsamer, bewusster und dankbarer in allem Tun und Lassen.
  • Die Verbindung mit meinen Ahnen kann mir helfen, die Gegenwart sinn-voll und ziel-gerecht zu gestalten.
  • Die Begegnung mit meinem Tod macht mich weise und frei, korrigiert meine Prioritäten, lehrt mich zu erkennen, was im Letzten wirklich wichtig ist und befruchtet so mein Leben.
  • Ich wünsche mir ein vorbereitetes, bewusstes, sanftes und schmerzfreies Sterben, bei dem ich nicht lange leiden muss, aber einwilligen und leicht gehen und loslassen kann.
  • Weil ich dem Tod nicht ausweiche, genieße ich intensiver, werde ich immer gelassener, lebe dankbar jedes kleine Glück, jeden Augenblick.
  • Wie mein Leben, so will ich auch sehenden Auges üben, mein Gehen, meinen Abschied zu akzeptieren, vorzubereiten und zu gestalten.

 

von

Hans Gerhard Behringer, Kath. Sonntagsblatt Nr. 44, 3.11.19

Gedanken am geschmückten Grab

Rote Rosen, Kerzen, frisches grünes Reisig - zu Allerheiligen und Allerseelen sind zahlreiche Gräber, besonders in katholischen Regionen, festlich geschmückt.

Manche mögen diese Tradition eher als eitles Gehabe abtun. Doch in der Geste steckt bereits etwas von der Essenz der religiösen Feste. Während wir die Ruhestätten unserer Verstorbenen säubern, wischen wir auch etwas Staub von ihrem Andenken. Wenn wir ihre Lieblingsblumen aufstellen, erinnern wir uns, wer sie waren. Wenn wir am Grab ein Gebet sprechen, feiern wir, dass sie im Tod nicht verloren, sondern gerettet worden sind.

 

 

  
  
 
  
  
  

Gedanken zum Sonntags-Evangelium

Sicherheit

Meditation zum 33. Sonntag im Jahreskreis – 17. November 2019

Als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schön bearbeiteten Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es werden Tage kommen, an denen von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleibt, der nicht niedergerissen wird.
Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen und was ist das Zeichen, dass dies geschehen soll?
Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach! Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort.
Dann sagte er zu ihnen: Volk wird sich gegen Volk und Reich gegen Reich erheben. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen. Aber bevor das alles geschieht, wird man Hand an euch legen und euch verfolgen. Man wird euch den Synagogen und den Gefängnissen ausliefern, vor Könige und Statthalter bringen um meines Namens willen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.
Nehmt euch also zu Herzen, nicht schon im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden.
Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.
Lukas 21,5-19


Was gibt Sicherheit? Die Familie, der Arbeitsplatz, die Lebensversicherung, die angekündigte Rente, das Eigenheim? Wir brauchen Sicherheiten, damit wir in sozialen und wirtschaftlichen Krisen nicht mutlos werden oder sogar verzweifeln.

Im Evangelium bringt Jesus ein wichtiges jüdisches Symbol für Beständigkeit und Sicherheit ins Wanken. In einer Unterhaltung über die prachtvolle Ausstattung des Tempels, weist Jesus daraufhin, dass dieser niedergerissen werden wird.

Der Tempel soll einmal nicht mehr sein? Was hat Bestand, wenn schon der gewaltige und fest gebaute Tempel einstürzen wird?

Die Leute wollen Genaueres erfahren. Sie wollen vorbereitet sein. Was Jesus den Zuhörenden dann zumutet, ist mehr als nur beunruhigend: Von Kriegen und Unruhen, von Erdbeben, Seuchen und Hungersnöten, von der Festnahme und sogar Tötung seiner Freunde spricht Jesus; auch in ihren Familien und im Freundeskreis sind die Jünger Jesu nicht mehr sicher, gehasst werden sie werden.

Ein grausames Szenario stellt Jesus dar. Was hat da noch Bestand? Was bietet Schutz und Sicherheit?

Mit kurzen Worten zeigt Jesus den Weg aus den furchtbaren Visionen auf: „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.“

Also Jesus Christus nachfolgen und ihm das eigene Leben anvertrauen. Das ist viel leichter gesagt als getan. Erscheint im alltäglichen Leben das Geld auf der Bank und die Eigentumswohnung nicht doch sicherer als das Vertrauen auf Jesus?

Vielleicht kann der Blick auf Menschen, die einen schweren Schicksalsschlag erleiden mussten, helfen zu erkennen, dass viele Dinge des Lebens keine dauerhafte Sicherheit bieten. Ich denke an die Frau mit der unheilbaren Krankheit; an die Familie nach der Trennung; an den Langzeitarbeitslosen ohne Perspektive. An wen kann ich mich in solchen Notsituationen halten?

Vielleicht kann das heutige Evangelium – trotz all der Schreckensmeldungen – die persönliche, hoffnungsvolle, frohe Botschaft sein. Nicht leichtfertig und vordergründig, sondern als letzte und tiefste mögliche Verheißung: Jesus ist unsere Sicherheit. Auf ihn können wir vertrauen.


Brigitte Wieder, Gemeindereferentin im Bistum Regensburg, Leiterin der Fachstelle Pastoral im Sonderpädagogischen Zentrum Abensberg-Offenstetten